Vereinsgeschichte

Bergmännische Tradition hat in Scheibenberg tiefe Wurzeln. Die Bergknapp- und Brüderschaft Oberscheibe/Scheibenberg wurde Nachweisbar an Hand der Aufzeichnungen im Annaberger Sonntagsblatt Nr.36 vom 31. August 1930 und der Aufschrift auf der Knappschaftsfahne bereits im Jahr 1683 gegründet. Im genannten Annaberger Wochenblatt wird als Aktivität des Vereins folgendes angeführt:

Alljährlich am Tage Maria Magdalena (22. Juli) feierten die Bergleute des Scheibenberger Reviers das große Bergfest mit Bergaufzug in Scheibenberg. Die Scheibenberger hatten eine eigene Bergmusik, sowie eine prächtige Bergfahne.

Der letzte Knappschaftsvorstand und Scheibenberger Revierverwalter war der Gerichtsdirektor, Stadtrichter und Advokat Constantin Cäsar Kellermann, welcher am 6. Juli 1888  starb und von Bergleuten zu Grabe getragen wurde. Das allerletzte Bergmännische Schauspiel sah Scheibenberg am 22. März 1902, als die Witwe Kellermanns zu Grabe getragen wurde.

Zum Schluss des Artikels : Auch besteht die im Jahre 1683 gegründete Bergbrüderschaft Oberscheibe / Scheibenberg als jetzige Begräbnisbrüderschaft (datiert 31.8.1930) weiter.

Diese bestand bis 1945 und hatte ihren Hauptsitz im noch einzigen Bergbaubetreibenden Betrieb dem Kalkwerk Oberscheibe.

Da keine schriftlichen Unterlagen über den Knappschaftsverein auffindbar sind, muss angenommen werden das diese  sich in der Lade, die auf dem Boden im Bürogebäude des Kalkwerkes abgestellt war, befanden.

Auch sind die damaligen Utensilien die unsere Altväter besaßen in alle Winde verweht, so befand sich die Knappschaftsfahne über Jahrzehnte beim Knappenverein Rittersgrün, welche uns zur Wiedergründungsfeier am 22.07.2000 übergeben wurde. Mit der Lade die ebenfalls aufgefunden wurde und die sich derzeit als Ausstellungsstück im "Technischen Museum Kalkwerk Lengenfeld" befindet, haben wir mit der Rückführung erhebliche Schwierigkeiten.

 

 

Beginn des Bergbaus in Scheibenberg !

Durch den Silberbergbau ist das Bergstädtchen Scheibenberg entstanden. Urkundlich erwähnt wird der Bergbau am Scheibenberg 1478 mit der Zeche „Maria Magdalena“.
Aber erst 1515 entdeckte der Fundgrübner Caspar Klinger aus Elterlein im Waldgebiet am Fuße vor dem Hügel (später Scheibenberg genannt) durch Schürfungen einige Erzgänge mit gutem Silbergehalt, die bis an der Erdoberfläche anstanden
Das danach beginnende Berggeschrei zog Bergleute und Glücksritter aus Annaberg und der weiteren Umgebung an.
Die ersten Siedler fanden im Dorfe Scheybe (heute Oberscheibe) und in fünf vor dem Schlettauer - Wald (Brünlaß).errichteten Wohnhäusern nur notdürftige Unterkunft.
Da die zahlreich anströmenden Bergknappen in den bereits überfüllten Dorfe Scheybe u. den Häusern am Schlettauer Wald keine Wohnmöglichkeiten mehr fanden , wanderten sie nach dem 1516 gegründeten Joachimsthal wieder ab. Um nicht weitere Arbeitskräfte zu verlieren, entschlossen sich die Grundherren, die Brüder Ernst und Wolf von Schönburg zur Gründung einer neuen Stadt.
Um dieses Vorhaben durchführen zu können, musste vom Dorf Scheybe und der Abtei von Grühnhein, dessen Fluren bis auf den Hügel gingen Grund u, Boden abgetreten werden.
Sie ließen am nördlichen Fuße des Hügels eine Siedlung nach einem genauen Plan anlegen.
Die Bergmannssiedlung entstand 1522 auf „Wilder Wurzel“ (Ein Wildnis dichter Wald mit morastischen Boden). Zu dieser Zeit gehörte das Waldgebiet um den Hügel zum oberwäldischen Teil der Grafschaft Hartenstein mit dem Hauptort Lößnitz und gehörte seit 1406 den Grafen von Schönburg.
Der Kern der Bergmannssiedlung entstand auf Oberscheibener Flur das zum Erzkretschmar von Oberscheibe gehörte. Es war die Oberscheibener Hutweide wohin die Dorfbewohner ihr Vieh trieben und es grasen ließen.
Es ist anzunehmen, dass die neue Bergmannssiedlung ihren Ortsnamen von dem Nahe gelegenen Dorfe Scheybe erhielt, denn Oberscheibe wurde bereits 1401 gegründet also 120 Jahre früher als die neue Bergmannssiedlung.
 
Merkmale dafür sind:
1. Es war Oberscheibener Flur
2. Die Schreibweise 1522 Scheybenberg, 1546 u. 1559 Scheubenberg
Das Dorf Scheybe als auch die Bergmannssiedlung Scheybenberg
wurden beide mit „y“ geschrieben.
3. Scheibenberg liegt nur ca. 1000 m von Oberscheibe entfernt
 
Die Grafen von Schönburg gaben 1522 zur Stadtgründung der Bergmannssiedlung den Namen Scheibenberg.

Der Hügel wurde von den damaligen Bergleuten, auf Grund seiner reichhaltigen Erzgänge mit gutem Silbergehalt, auch Silberberg genannt.

Gebaut wurde auf Silber, Kobalt und Kupfer.
Entlang der Erzgänge die durch Schürfungen an der Oberfläche erkundet wurden, entstanden eine Vielfalt von kleineren Grubenbauen, die oftmals Teufen von bis zu 20 Lachtern (40m) erreichten. Da die Aufzeichnungen ab 1522 noch sehr Mangelhaft sind, muss man annehmen, dass die Bergleute nach des Herrn von Schönburg zur Stadtgründung ausgerufenen Worten sich richteten, dass jeder Schürfen und Grubenbaue anlegen kann wo er will, als Bedingung wurde nur verlangt, dass bei findig werden eines Erzganges dies dem Bergmeister Hühnerkopf zu melden sei.
 
Mit dem Lösen des anfallenden Grubenwasser hatte man zunächst keine Schwierigkeiten, da die Grubenbaue im oberen Teil des Berges lagen u. der Zugang zu den Erzgängen mittels Stollenvortrieb erfolgte aus denen das Grubenwasser ablaufen konnte.
Als die Erzgänge im oberen Teil des Berges abgebaut waren, verfolgte man die Erzgänge in größeren Teufen, dabei nahm auf Grund des größeren Einzugsgebietes das zusetzende Grubenwasser immer mehr zu und wurde zum Hemmnis der Bergleute.
Man entschloss sich vom Fuße des Berges (Brünlaß) einen Entwässerungsstollen unter den bisherigen Grubenbauen aufzufahren. Dieser Stollen auch Laurentius oder tiefer Erbstollen genannt erreichte eine Länge von 2200 m und eine Teufe von 150 m . Dieser Stollen löste alle anfallenden Grubenwasser von den darüber liegenden Grubenbauen.
Da die Erzgänge zum größten Teil von Nord nach Südost anstiegen, verlagerte sich der unter Tage Abbau ins östliche Teil der Bergstadt Es wurden Hauptstrecken in verschiedenen Teufen aufgefahren von denen Feldstrecken, Gesenke bzw. Aufbrüche sehr zahlreich beiderseitig getrieben wurden.
Um den Förderweg der Abzufördernden Gesteine gering zu halten, wurden auf den einzelnen Stollen bzw. Hauptstrecken Tages – u. Förderschächte abgeteuft, die auch gleichzeitig der natürlichen Wetterführung dienten.

Es handelt sich hierbei um den „St. Anna Kau u. Tagesschacht“, der eine Teufe bis zur St. Anna Tagesstrecke 15 Lachter (30 m) Saiger tief ist.

Dem „Alten Cumunzechner Tage u. Förderschacht“ der bis zum Füllort 18 Lachter (36 m) tief ausgeschlagen ist und auf der „Johannes Tagestrecke“ aufsitzt. Hier wurde auch das Erz u. Gestein der „Beständigen Einigkeit“ teilweise mit abgefördert.

Dem „Lieben Frauen Empfängnisser Kau u. Tagesschacht“ welcher 44 Lachter (88 m) tief und bis auf den tiefen Erbstollen durchgängig ausgeschlagen ist.

Dem „Tagesschacht auf dem Neujahr Stehenden“ er ist 10 Lachter (20 m) tief und steht auf der Feldstrecke des Kreuzes Neujahres u. Johannes Gang.

Dem am höchst gelegenen „St. Laurentius Tage u. Förderschacht“ der eine Teufe bis auf der „Lieben Frauen Feldortstrecke“ von 24 Lachtern einbringt u. erreicht mit insgesamt 3 Gesenken bis auf der „Tiefen Stollensohle“ eine Teufe von insgesamt 67 Lachtern (134 m).

Etwa 60m nord – östlich vom Mundloch des „Tiefen Erbstollen“, befindet sich das Mundloch des verbrochenen „ Stern Stollen “. Der Stollen geht in gleicher Entfernung parallel zum „Tiefen Erbstollen“ und geht etwa bis über den „Laurentius Schacht“. Er hat fasst genau die Länge des „Tiefen Erbstollen“ etwa 2000 m .

Auch wurde nach dem die Erzgänge des „Alten Cummunzechner Stollen“ abgebaut waren, der „Neue Cummunzechner Stolln, auch Salomonisstollen genannt, hinter dem jetzigen Wasserhaus aufgefahren. Dieser Stollen hat in südlicher Richtung sehr gute Gänge mit gutem Silbergehalt.
Genaueres hierzu wird in den Wasserakten berichtet.

In der Blütezeit des Scheibenberger Silberbergbaues wurde nach vorliegendem Aktenmaterial, welche jedoch Lücken aufweisen, folgende Ausbeute erzielt:
Von 1522 bis 1539 = 17199 Mark 7,5 Lot = 4017 kg 451 gr. Silber
Von 1601 bis 1712 = 35,5 Zentner 4,5 Pfund =1777,5 kg Kupfer
Von 1601 bis 1712 = 79 Mark 1 Lot 3 Quent = 14,472 kg Silber
In den Gruben „Unser Lieben Frauen Empfängnis“ wurden von 1701 bis 1775 Einnahmen in Höhe von 5643 Taler 19 Groschen 3 Pfennige durch Verkauf von Silber erzielt.
In der Grube „Sct. Laurentius“ wurden von 1705 bis 1791 für 1864 Taler Silber-Erz und für 5234 Taler Kobalt-Erz verkauft.

Herbert Zimmermann, schreibt in seiner überarbeiteten Chronik „Aus Scheibenberger Vergangenheit“ dass von 1522 bis 1539 die Ausbeute 78 Zentner 19 Pfund 23,5 Lot Silber betragen haben soll.

Die Herrschaft erhielt davon den Zehnten 41895 Gulden, welche Riesengewinne brachte der Bergbau den Grund und Landesherren. Man bedenke, dass der Pfarrer u. der Stadtschreiber als bestbezahlte Personen Annabergs, je 100 Gulden jährlich bezogen.
Wie spärlich wurde dagegen die schwere Arbeit des Bergmannes entlohnt, der bei einem Wochenlohn von 9 – 10 Groschen, jährlich 24 Gulden erhielt.

Der Bergbau ist in Scheibenberg leider nach wenigen Jahren wieder zurückgegangen, so das die Bergleute bereits 1543 dieses ihrer Schönburgischen Herrschaft klagten u. um Zubuße bitten mussten.
1573 wurde dargelegt wie viel Schulden die Gemeinde wegen des Niederganges der Bergwerke hatte.
Alte Bergleute bezeugten, dass in mancher Zeche bis zu 20 Mal der Betrieb wieder vergeblich aufgenommen wurde aber neuer Anbruch von Erzgängen erfolglos blieb.
Die Gemeinde hat aber immer den Versuch unternommen den Bergbau wieder in Gang zu bringen. Es wurde aber innerhalb von 50 Jahren kein Lot Silber gefördert.

Die Grubenbaue wurden im 18 Jahrhundert durch den Rückgang der Ausbeute zur „Beständigen Einigkeit“ zusammengeschlossen und mit einem Bergbeknadigungsfons der Stadt Scheibenberg ausgestattet, um weiter überleben zu können.
1857 gingen die Scheibenberger Gruben auf Silber, Kobalt und Kupfer ganz außer Betrieb. Die Stollen und Schächte wurden verwahrt und zum Teil für die Trinkwasserversorgung der Bergstadt genutzt.
Neben dem Versiegen der silberhaltigen Erzgänge, spielte auch zum allmählichen Niedergang des Silberbergbaues im Erzgebirge die 1776 erfolgte Währungsumstellung von der Silberwährung in die Goldwährung, durch dieser Umstellung verfiel der Silberpreis. Wenn man 1860 für 1 kg Silber noch 100 Taler erhielt, so waren es 1890 nur noch 6 – 8 Taler für 1 kg Silber.
Durch dieser Abwertung war die Silbergewinnung unrentabel, die Bergwerke wurden nach u. nach geschlossen u. alles ging wie man so sagt den Bach hinunter.
Die noch gangbaren Gruben bauten in der Regel andere Erze wie z.B. Eisen, Kobalt, Zink usw. ab.
 

 

Das Scheibenberger Bergamt

 
Scheibenberg genoss wegen des reichen Silbersegens besonders das Wohlwollen seiner Gründer. Weil neue Bergstädte den Grundherren besonders zugetan sind, hat sich Ernst von Schönburg der Bergstadt Scheibenberg die Ehre erwiesen, einen Bergmeister hier einzusetzen. Während der Herrschaft der Schönburger stand das Bergwerk in voller
Blüte, so hatte jede Stadt im Amt Crottendorf, Elterlein, Scheibenberg, Neustädtel u. Wiesenthal) ihren Eigenen Bergmeister, der auch die Bergbücher führte.
1559 erwirbt Kurfürst August den oberwäldischen Teil der Grafschaft Hartenstein, somit gingen auch die Ämter Crottendorf, Scheibenberg, an die Kurfürsten von Sachsen.
Es wurden die drei Bergämter zusammengelegt u. dem Scheibenberger Bergmeister unterstellt.
Schönburgischer Bergmeister war von 1558 – 1560 in Scheibenberg Hans Zöberer.
Als kurfürstlicher Bergmeister wurde in Scheibenberg Hieronymus Schleitzer von 1560 -1576 eingesetzt.
Am 19. Juni 1617 wurde am 4. Trinitatis das Bergamt Hohenstein durch Befehl des Kurfürsten u. der Herrn von Schönburg, dem Scheibenberger Bergamt angegliedert. Das gleiche geschah am 31. Mai 1630 mit dem Bergamt Schwarzenberg, so dass Christoph Dietrich Junior gleichzeitig Kurfürstlich Sächsicher u. Schönburgischer Bergmeister war.
 
Skizze des Scheibenberger Bergamtes vor der Zusammenlegung von Schwarzenberg u. Hohenstein an das Bergamt von Scheibenberg, nach Beschreibung Christian Lehmanns.

 

Folgende Bergmeister waren in Scheibenberg tätig.

 
Schönburgische Bergmeister

Hans Hünerkopf 1517 Scheibenberg u. Elterlein
Hans Schmiedt bis 1518 Scheibenberg u. Elterlein
Peter Klinger bis 1522 Scheibenberg u. Elterlein
Wolff Lorentz bis 1533 in Scheibenberg
Gregor Gesner bis 1537 in Scheibenberg
Peter Hentschel bis 1540 in Scheibenberg
Frantz Lorentz bis 1541 in Scheibenberg
Frantz Steinkirchzner bis 1551 in Scheibenberg
Hans Zöberer bis 1560 in Scheibenberg

Kurfürstliche Bergmeister von 1559 bis 1666

Hieronymus Schlaitzer 1560 Scheibenberg
Martin Rauch dankte aus Altersgründen ab und starb am 2.Juni 1580
Elias Werner 1576 – 1594 starb am 23 Juni 1594
Samuel Zöberer 1595 zuerst Berggeschworener u, Ratsfreund, starb am 4.8.1598
Gemeln von Schneeberg
Paul Strecknwalder von Marienberg, starb am 7. Oktober 1599 an der Pest
Chritoph Klotz 1600, starb in Marienberg
Melchior Gesner 1609, starb 1617
Christoph Dietrich ju 1617 Bergmeister u, Stadtschreiber, starb 1650



Das Bergamt grenzt gegen Morgen an Annaberg , so weit sich das Amt Schlettau erstreckt, außer den Dörfler Gütern, welche den Schönburgern gehörten. Von den Hermannsdorfer, Schlettauer u. Walthersdorfer Gütern geht es bis hinauf nach Crottendorf u. Neudorf. Dort beginnt die Schönburgische Grenze. Sie führt wieder über die weiße Sehma u. Neudorf an die Muldenrainung. Zwischen Morgen u. Mittag geht die Rainung an die böhmische Grenze zum Bergamt Preßnitz. Von dort bis hinauf nach Unter – u Oberwiesenthal am Fichtelberg, wo das Wasser zwischen dem Königreich Böhmen, den Grafen von Hartenstein u. dem Hause Sachsen raint.
Weiter seitlich von Mittag gegen Abend grenzt das Bergamt Platten an die Wiesenthaler, Gottesgab hält die Rainung hinter dem Fichtelberg an der böhmischen Grenze bis jenseits des Gebirgs in Richtung des Kaffenbergs u. hinunter an das Pöhlwasser.
Das Pöhlwasser das in der Burkersleithe enspringt, hält zum Bergamt Schwarzenberg die Rainung gegen Abend. Sie führt von Rittersgrün durch Pöhla, Grünstädtel u. Wildenau bis ans Schwarzwasser, über Untersachsenfeld zum Teufelsstein.
Das Wasser ist gegen Abend die Grenze zum Bergamt Schneeberg. Sie reicht von Lauter über Klösterlein u. Aue, Unterbernsbach u. Pfannenstiel hinunter bis an die Lößnitzer Güter, wo die Schönburgische Rainung beginnt.
Gegen Mitternacht raint das Bergamt mit Geyer u. geht von der Elterleiner Grenze über Zwönitz hinauf an die drei Lochen. Seitwärts zwischen Morgen wieder in Richtung Dörfel, welches Schönburgisch war u. zu Scheibenberg gehört.
Ein Teil des Amtes Grünhain bis an die Geyersche Grenze gehört dem Bergamt Scheibenberg als Eisenlehn. So wird im Scheibenberger Bergamt, im gesamten Amt Crottendorf, im Elterleiner Revier bis an den Streitwald bei Zwönitz u. im Amt Grünhain nur auf Eisenstein ein Lehn vergeben.
Diese Bergamts Grenze ist vor dem Anschluss oben genannter Bergämter. Das Bergamt Scheibenberg ging später von Hohenstein bis Oberwiesenthal.
Durch die Größe hatte das Bergamt Scheibenberg einen großen Beamtenaperrat der von Cainsdorf bis Johanngeorgenstadt reichte.
In Cainsdorf war die Bergamtskasse wo alle Geldgeschäfte abliefen, und Johangeorgenstadt ist neben anderen Orten der Hauptsitz der Obersteiger gewesen.
Sie waren verantwortlich für die Gruben in ihrem Umfeld.
Alljährlich fand zum „Tag Maria Magdalene“ (22 Juli) im Ratssaal des Scheibenberger Rathhauses ein großer Bergamtstag statt, wozu alle Bergbeamten des Reviers zu erscheinen hatten.
Das Bergamt Scheibenberg wurde 1530 erstellt u. hatte ihren Sitz im Haus der ehemaligen Bäckerei Springer Markt 2.
1767 wurde es dem Bergamt Annaberg zugeordnet.
1815 wurde es dem Bergamt Marienberg zugeordnet
1856 wurde es dem Bergamt Schwarzenberg zugeordnet
Nach Einführung des allgemeinen Berggesetzes wurde das Scheibenberger Bergamt dem Oberbergamt Freiberg zugeordnet.
 

 

Utensilien des Bergamtes von Scheibenberg

 
Noch heute befindet sich in der St. Johanneskirche zu Scheibenberg, dass Bergamtschor des Scheibenberger Bergamtes. Das Gestühl befindet sich noch an gleicher Stelle wie zu seiner Errichtung um 1680 und ist durch mehrfacher Restaurationen in einen sehr guten Zustand erhalten geblieben Das Bergamtschor bietet für sechs Personen Platz.
Auf der Vorderseite tragen zwei Bergleute im altertümlichen Berghabit vom Ende des
17. Jahrhundert je eine gefüllte Erzmulde. Mit der jeweils inneren Hand, tragen sie ein Schild, welches ein geteiltes kursächsisches Wappen zeigt, worin die Meißener Kurschwerter und der sächsische Rautenkranz zusehen ist, darunter das Bergmannswappen Schlägel u. Eisen. Das alles wird bekrönt von der Weltkugel mit Kreuz und dem Hermelinbesetzten sächsischen Kurhut. Die Eckpietalaster der Bergmannsloge bieten eine Einmaligkeit. Nur auf den ersten Blick ähneln sie den sonstigen Blumengirlanden die auch die anderen Logen der Kirche überziehen. Doch beim Bergmannschor sind inmitten des Blattwerks die verschiedensten Werkzeuge des Bergbaues zu entdecken. Besonders reich ist die vordere Ecke geziert, es sind dort u. a. eine Bergbarte, Schlägel und Eisen, Keilhaue, Steigerhäckchen, Grubenfahrt, Messwinkel, Haspel, Förderkübel, Erzmulde zu sehen.
Es ist wohl den zahlreichen Pfarrern mit seinen Kirchenvorständen zu danken, dass dieses Zeitzeugnis der Nachwelt erhalten blieb.
 

 

 
 

Sonstiger Bergbau in Scheibenberg

 
Am Scheibenberg ging 1914, mit der Errichtung der Schwebebahn bis zu den Brechern und nach dem Bahnhof zur Verladung in Waggons, der Basaltabbau richtig los. Der gebrochene Basaltschotter wurde hauptsächlich für die Gleisbette der Deutschen Reichsbahn verwendet. Es waren zwei Steinbrüche, zum einen auf der Scheibenberger Seite ein Staatlicher u. auf der Schlettauer Seite wurde der Basalt von der Fa. Krebs abgebaut.
1928 stellt Scheibenberg den Basaltabbau wieder ein, um den Berg vor den schnell voranschreitenden Abbau zu retten.
Der Berg erhält sein heutiges aussehen mit den bis zu 40m hohen Basaltsäulen und wurde später unter Denkmalschutz gestellt.
Unter den Basaltsäulen steht ein etliche Meter hohes Sandlager an, welches nach dem Abbau der Basaltsäulen in mehreren Sandgruben abgebaut wurde und für Maurerarbeiten sowie als Straßenbelag im gesamten Kreis Annaberg verwendet wurde.

Das zur Stadt Scheibenberg, Eingemeindete Oberscheibe hat seit 1630 Marmor abgebaut, zuerst im Tagebau u. ab 1960 im untertage Betrieb. Es wurde hier nach der Abbautechnologie des Kammer und Pfeilerabbaus verfahren, dabei entstanden auf fünf Sohlen Kammern bis zu 12 Metern Höhe.
1989 nach der Wende wurde der Abbau eingestellt, obwohl es sich hier um die größte noch vorhandene Marmorlagerstätte des Erzgebirges handelt. Wenn man die Lagerstätte einmal mit einem Ei vergleicht bzw. verbildlicht, so wurde bis jetzt nur an der Spitze des Eies der Marmor abgebaut, alles andere ist noch in der Tiefe vorhanden. Der Marmor ist überwiegend graumeliert und wird derzeit nicht mehr benötigt.
Die Einbruchstellen in den Kammern wurden verwahrt u. der ehemalige Tagebau wird derzeit mit Abraum verfüllt.
 

Tagebau um 1900
 
Auch wurde in der Grube „Vater Abraham“ seit 1677 Brauneisenstein abgebaut. Die Grube war durchschnittlich mit 10 Mann belegt, das abgebaute Erz wurde hauptsächlich zum Hammerwerk Löwenthal (zuletzt Nitzschhammer genannt)geliefert. Die Grube wurde 1863 losgesagt u. 1866 gelöscht.
Insgesamt wurden 29.663 Tonnen Eisenstein gefördert. Der Erlös hierfür war 58.760 Taler, 49 Groschen, 8 Pfennige.
 

 
 

Der Wismutbergbau in Scheibenberg.

 
Die AG Wismut arbeitete in Scheibenberg von 1947 / 1948 bis 1952.Es wurden zwei Schächte abgeteuft. Der Schacht 191, wurde auf den ehemals „Neujahr Stehenden“ Schacht vom Silberbergbau aufgesetzt, rekonstruiert u. auf einer Teufe von 78m gebracht. Er bediente die Sohlen 661,7m u. die 637,3m NN, und diente hauptsächlich der Wetterführung und als Fluchtweg..

Der Schacht 210 wurde als Tagesschach abgeteuft, er hatte eine Teufe von 204m u. diente der Untersuchung der Gangstrukturen auf Uranerz, er bediente 3 Sohlen 662m NN, 637m NN und 544m NN. Der Abbau begann am 7.2.1950 und endete in Folge der zu geringen angetroffenen Uranvorkommen am 6.4.1951.
Danach wurden die Grubenbaue nass konserviert u die Anlagen über Tage demontiert.
 
 

 

Der letzte Bergaufzug in Scheibenberg

 

Alljährlich am Tage Maria Magdalena (22. Juli) feierten die Bergleute des Scheibenberger Reviers das große Bergfest mit Bergaufzug in Scheibenberg. Die Scheibenberger hatten eine eigene Bergmusik, sowie eine prächtige Bergfahne. Diese zeigt auf grün- weißen Felde das sächsische Wappen auf der einen und das Scheibenberger Stadtwappen auf der anderen Seite. Die Stickereien hatte die Familie des Akziseinnehmers Mühle gestiftet.

 

 

 

 

Der letzte Knappschaftsvorstand und Scheibenberger Revierverwalter war der Gerichtsdirektor, Stadtrichter und Advokat Constantin Cäsar Kellermann, welcher am 6. Juli 1888  starb und von Bergleuten zu Grabe getragen wurde. Das allerletzte Bergmännische Schauspiel sah Scheibenberg am 22. März 1902, als die Witwe Kellermanns zu Grabe getragen wurde. Laut testamentarischer Verordnung hatten sämtliche noch vorhandenen Bergleute im gesamten Gebiet von Scheibenberg bis Johanngeorgenstadt in Paradeuniform zum Leichenbegängnis zu erscheinen. Bergleute trugen die Fülle Kränze, sie waren es auch die den Sarg trugen.

 

Seit diesen Bergbegräbnis von 1902 hat man kein bergmännisches Leben mehr in der Stadt am Scheibenberg gesehen. An den einstigen Silberbergbau erinnern nur noch die zahlreichen Stollen Und Halden, sowie verschiedene Straßennamen.

 
 

    

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